Zur Geschichte der Linzer Krippen
(Abb.: Ursulinenkrippe um 1750. Foto: Nordico, Fotoarchiv, Franz Michalek)

Seit der Zeit des frühen Barock bringt die Weihnachtskrippe in Oberösterreich allen Bevölkerungsschichten das Weihnachtsgeschehen in einer für Alt und Jung emotional fassbaren Form näher. Die erste Krippe brachten die Jesuiten in der Zeit der Gegenreformation nach Linz. Die Landeshauptstadt war durch die großen Kirchenbauten und finanziell auch besser ausgestatteten Pfarren bei der Anschaffung von Krippen besonders begünstigt. So zählen zu den ältesten erhaltenen Krippenfiguren die aus dem 17. Jahrhundert stammenden der Linzer Stadtpfarrkirche.
Ebenso von Bedeutung waren die Klöster. Als in der Zeit der Aufklärung einige aufgelassen wurden, kam wahrscheinlich eine Krippe aus dem Coelestinerinnen-Kloster in Steyr in das Linzer Ursulinenkloster.
Um 1700 war ein oberösterreichischer Jesuit, nämlich P. Martin Gottseer, eifrig in einigen hauptsächlich protestantischen Ländern als Krippenförderer und Krippenbauer unterwegs, so auch in Schweden, von wo er Theologiestudenten nach Linz mitnahm, wo er schließlich den Plan eines eigenen nordischen Instituts, das heute noch so benannte Nordico, verwirklichen konnte. Um 1710 wurde auch eine – heute nicht mehr bestehende – Kirche errichtet, die der Geburtskirche Jesu in Bethlehem nachgebildet wurde; auf sie verweist heute noch der Linzer Straßenname Bethlehemstraße.

Verbot der Kirchenkrippen
Mechanische Krippen wie das Linzer Kripperl dürften der Anlass gewesen sein, dass sich der reformfreudige Kaiser Joseph II. u. a.auch gegen die Aufstellung von Weihnachtskrippen in den Kirchen wandte. In einem Vortrag der Hofkanzlei vom 21. Oktober 1782 wurden die Krippen nämlich als „Maschinenwerk“ bezeichnet und sollten daher entfernt werden. Der Kaiser hielt allerdings nichts von einem allgemeinen Verbot, „da nichts daran gelegen ist und die Sache sich nach und nach von selbsten geben wird.“ – Wie irrte doch der Kaiser! – Dennoch scheint in der Gottesdienstordnung von Oberösterreich das ausdrückliche Verbot der Krippe auf, betrieben von Landrat Joseph Valentin von Eybel als Referent für kirchliche Angelegenheiten bei der obderennsischen Landeshauptmannschaft, der auch z. B. bei den Klosteraufhebungen viel rigoroser vorging, als es die kaiserlichen Verfügungen verlangten. Manche Pfarren verlegten sich auf Auswege: Da man auch in Kleinzell im oberen Mühlviertel keine Weihnachtskrippe mehr aufstellen durfte, schaffte man sich 1787 ein Krippenbild an.
Schon ein Hofdekret von 1770 unter der Mutter Josephs II., Kaiserin Maria Theresia, hatte sich gegen das Aufstellen von Weihnachtskrippen in den Kirchen gewandt.
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