Die ältesten Linzer Krippen
(Abb. Minoritenkirche 1962. Foto: Nordico, Fotoarchiv, Franz Michalek)

„Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“ Diese Stelle im Evangelium nach Lukas (Lk. 2,7) ist die zentrale Botschaft der Menschwerdung Christi, die seit jeher Künstler in ihren Bann zog und eine schier unendliche Fülle an Kunstwerken entstehen ließ.
Auch die weiteren Schilderungen des Evangelisten, etwa die auf freiem Feld lagernden Hirten, denen der Engel des Herrn dieses Ereignis verkündete und die daraufhin zur bezeichneten Stelle eilten, um das göttliche Kind zu sehen, oder der zwölfjährige Jesus im Tempel fanden viele Darstellungen.
Vor allem aber erfuhr die Anbetung der Sterndeuter, die erst in viel späterer Zeit zu Königen wurden, eine Vielzahl an unterschiedlichen Gestaltungen in der Kunst. Beim Evangelisten Matthäus (Mt. 2,11), der als Einziger diese Szene schildert, heißt es: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.“ Aus der Anzahl der Geschenke wurde die Dreizahl der Personen abgeleitet.
Diese Evangelienberichte bilden die Grundlage für die Gestaltung von Weihnachtskrippen, wobei aber der Phantasie der Gestalter fast keine Grenzen gesetzt scheinen.
Den Begriff „Krippe“, ursprünglich natürlich nur der Krippentrog, in den das göttliche Kind gelegt wurde, verwendete man schließlich für die gesamte szenische Darstellung des Heilsgeschehens, beginnend – undhäufig sich darauf beschränkend – mit der Geburt Christi. Vielleichthaben gerade die bittere Armut und Not, in der dieses Wunder Gestalt annahm, die Menschen in besonderer Weise angesprochen.
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